Apple & Google: Eine Vernunftehe oder der Datenschutz-Albtraum?
Hallo zusammen! 👋
Es ist der 16. Januar 2026, und wir müssen reden. Über den Elefanten im Raum. Oder besser gesagt: Über den angebissenen Apfel, der sich gerade mit der bunten Suchmaschine ins Bett gelegt hat. Ja, Apple und Google machen gemeinsame Sache. Offiziell.
Als jemand, der seit über 20 Jahren im Web unterwegs ist und die “Browser-Kriege” und “OS-Kriege” miterlebt hat, wirkt diese Nachricht erst einmal wie ein Fehler in der Matrix. Aber wenn wir tiefer graben – und genau das machen wir heute –, ergibt alles plötzlich erschreckend viel Sinn. Ich habe mich durch die technischen Whitepapers und Pressemitteilungen gewühlt, damit ihr es nicht müsst. Grabt euch einen Kaffee, wir schauen uns an, was dieser Deal für eure Daten, euer iPhone und die Zukunft der KI bedeutet.
Der Deal: Wenn der Erzrivale zum Partner wird
Kurz die Fakten auf den Tisch: Apple und Google haben eine mehrjährige Partnerschaft verkündet. Der Kern? Die nächste Generation von “Apple Intelligence” und vor allem unser aller Sorgenkind Siri werden künftig von Googles Gemini-Modellen angetrieben [1, 2].
Wir sprechen hier nicht von Kleingeld. Schätzungen gehen davon aus, dass Apple rund 1 Milliarde Dollar jährlich an Google überweist [5]. Das klingt viel, ist aber ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, was der Aufbau einer eigenen Infrastruktur gekostet hätte. IMO ist das ein genialer Schachzug von Tim Cook: Er kauft sich die beste KI-Infrastruktur einfach als Dienstleistung ein, statt Milliarden in eigene Rechenzentren zu versenken, die morgen schon veraltet sein könnten.
Aber Moment mal… Apple zahlt an Google? War das nicht immer andersherum? Richtig. Google zahlt jährlich ca. 20 Milliarden Dollar an Apple, um die Standardsuche auf dem iPhone zu bleiben. Apple finanziert seinen KI-Einkauf also quasi aus der Portokasse der Google-Einnahmen. Ein faszinierendes Nullsummenspiel [5].
Warum jetzt? Das Siri-Dilemma
Seien wir ehrlich: Siri war in den letzten Jahren… schwierig. Während wir uns mit ChatGPT über philosophische Fragen unterhalten haben, scheiterte Siri oft schon am Wetterbericht für übermorgen. Die alte Architektur (“Command-and-Control”) war am Ende [3].
Apple hatte zwei Optionen:
- Weiterwursteln und hoffen, dass das eigene Modell “Ajax” irgendwann gut genug wird.
- Pragmatismus zeigen und die beste Technologie am Markt lizenzieren.
Sie haben sich für Nummer 2 entschieden. Googles Gemini ist “multimodal”, das heißt, es versteht Text, Bild, Audio und Video gleichzeitig. Das ist genau das, was Apple für Funktionen wie “Screen Awareness” braucht – also dass Siri “sieht”, was ihr gerade auf dem Bildschirm habt [7].
Der Datenschutz: Mein größtes Bauchweh (und die Entwarnung)
Als Verfechter von Datenschutz schrillen bei mir natürlich alle Alarmglocken, wenn ich “Google” und “meine privaten Daten” in einem Satz höre. Aber hier wird es technisch wirklich spannend. Apple hat eine Architektur namens Private Cloud Compute (PCC) gebaut, die ich mir genauer angesehen habe [8].
So funktioniert es für “normale” Menschen erklärt: Wenn ihr Siri etwas fragt, das zu komplex für euer Handy ist (z.B. “Plane eine Reise basierend auf meinen Mails”), passiert Folgendes:
- Euer iPhone anonymisiert die Anfrage. Eure Apple ID, IP-Adresse etc. werden entfernt.
- Die Daten gehen an einen Server, der kein Gedächtnis hat (“stateless”). Sobald die Antwort berechnet ist, werden alle Daten im Arbeitsspeicher gelöscht [8].
- Google (bzw. das Gemini-Modell) sieht nur den Text der Anfrage, weiß aber nicht, von wem sie kommt.
- Es gibt keine Festplatten, auf denen Daten gespeichert werden könnten.
IMO ist das der aktuell sicherste Weg, Cloud-KI zu nutzen. Apple erlaubt sogar Sicherheitsforschern, die Software dieser Server zu überprüfen [21]. Das ist ein Level an Transparenz, das ich mir von anderen wünschen würde.
Der Verlierer: OpenAI steht im Regen
Erinnert ihr euch an die WWDC 2024? Da war ChatGPT noch der Stargast. In der neuen Konstellation wirkt OpenAI eher wie der Praktikant, der Kaffee holen darf. ChatGPT bleibt zwar als optionale Erweiterung erhalten, aber die Kern-Infrastruktur gehört jetzt Google [6].
Das Problem für OpenAI: Sie sind abhängig von Microsofts Servern (Azure). Google hingegen besitzt die gesamte Kette – von den eigenen KI-Chips (TPUs) bis zum Modell. Das macht sie schneller und billiger. Für OpenAI ist das ein herber Schlag, da ihnen der direkte Zugang zu Milliarden iPhone-Nutzern als “Standard-KI” verwehrt bleibt.
Was bedeutet das für uns Nutzer? (Siri 2.0)
Ab Frühjahr 2026 (mit iOS 26.4) sollen wir die Früchte dieser Ehe ernten [3]. Siri soll endlich zu einem echten Agenten werden. Ein Beispiel: Ihr schaut euch ein Restaurant auf Instagram an und sagt einfach: “Reservier mir hier einen Tisch für heute Abend.” Siri (mit Gemini-Gehirn) erkennt den Restaurantnamen im Bild, checkt euren Kalender und öffnet die Reservierungs-App. Ohne dass ihr hin und her kopieren müsst [4, 5].
Das ist die Vision: Technologie, die einfach funktioniert und uns Arbeit abnimmt, statt uns mit “Das habe ich leider nicht verstanden” zu nerven.
Kritische Gedanken: Ein neues Duopol?
So sehr ich mich auf ein funktionierendes Siri freue, politisch hinterlässt der Deal einen Beigeschmack. Wir sehen hier die Entstehung eines faktischen Duopols. Google liefert nun die Intelligenz für Android und iOS. Das ist eine unfassbare Machtkonzentration [1].
Regulierungsbehörden in den USA und der EU werden sich das genau ansehen. Wenn zwei Firmen den gesamten Markt für mobile KI kontrollieren, wird die Luft für Innovationen von kleineren Playern dünn. Als Demokrat und Europäer hoffe ich, dass die EU hier mit dem Digital Markets Act (DMA) genau hinschaut und vielleicht sogar einen “Wahl-Screen” für KI-Modelle erzwingt [4].
Fazit
Apple hat den Stolz heruntergeschluckt, um das Produkt zu retten. Für uns Nutzer ist das erst mal eine gute Nachricht: Wir bekommen endlich die KI-Features, die wir verdienen, verpackt in einem Datenschutz-Konzept, das – zumindest auf dem Papier – solide aussieht. Ob es klug ist, dass sich die gesamte Tech-Welt von einem einzigen KI-Lieferanten abhängig macht, steht auf einem anderen Blatt.
Wie seht ihr das? Vertraut ihr Apples “Private Cloud”, oder habt ihr Bauchschmerzen bei dem Gedanken, dass Google im Hintergrund die Fäden zieht? Schreibt es mir gerne!
Bleibt neugierig und kritisch!
Quellen & Referenzen
[1] Businesstoday.in: Apple and Google join hands to fix Siri; Gemini to get integrated in Apple products (Zugriff: 16.01.2026). Link [2] Google Blog: Joint statement from Google and Apple (Zugriff: 16.01.2026). Link [3] Times of India: Apple chooses Google’s Gemini to finally fix Siri (Zugriff: 16.01.2026). Link [4] Computerworld: What we know about Apple’s Google Gemini deal for AI (Zugriff: 16.01.2026). Link [5] Techloy: Apple Hands the Keys to Siri to Google in $1B Gemini AI Deal (Zugriff: 16.01.2026). Link [6] Times of India: Why Apple picked Google Gemini over OpenAI’s ChatGPT (Zugriff: 16.01.2026). Link [7] Unite.AI: Apple Intelligence’s Hybrid AI Stack (Zugriff: 16.01.2026). Link [8] Apple Security: Core Security & Privacy Requirements | Documentation (Zugriff: 16.01.2026). Link [21] Apple Security Blog: Security research on Private Cloud Compute (Zugriff: 16.01.2026). Link
Hinweis: Dieser Beitrag spiegelt meine persönliche Meinung wider und stellt keine Rechtsberatung dar.
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